Unwahre Geschichten / Sektionen
Sektionen.
Sechs ständige Felder, in denen kontinuierlich publiziert wird — vom kurzen Tableau bis zur ausgearbeiteten fingierten Buchbesprechung.
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Erzählungen
Durchnummerierte Kurzprosa
Die Kernform dieses Periodicals: kurze fiktive Erzählungen, durchnummeriert seit Heft №1 / 2007. Jeder Text trägt eine fortlaufende Fallzahl. Wir veröffentlichen pro Heft sechs bis zehn Erzählungen, durchschnittlich zwischen 300 und 1200 Wörtern. Die Texte berichten von Vorgängen, die nicht stattgefunden haben — präzise, ruhig, ohne Augenzwinkern. Die Form steht in der Tradition von Borges, Calvino, Lem, Bolaño und der deutschen Mikrofiction-Schule (Hilbig, Helga M. Novak, Marcel Beyer). Wer hier liest, weiß, dass das Geschilderte nicht stimmt, und liest es deshalb umso aufmerksamer.
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Apokrypha
Rezensionen nicht existierender Bücher
Das Ressort, das Stanisław Lem in „Die vollkommene Leere" zur Disziplin erhoben hat: Rezensionen von Büchern, die es nicht gibt — und biographische Notizen zu Autorinnen, die nie geschrieben haben. Wir besprechen erfundene Romane wie reale Werke, mit Verlag, Seitenzahl, Erscheinungsjahr, Übersetzerin, knapper Inhaltsanalyse und einem Urteil über das Gelingen. Die Apokrypha sind die strengste Disziplin des Hefts: ein einziger erratischer Satz, der versehentlich „dieser fingierte Roman" sagt, bringt das ganze Genre zum Einsturz.
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Gerüchte
Sorgfältig ausgearbeitete Vorfälle
Sorgfältig ausgearbeitete Gerüchte und urbane Legenden, redaktionell behandelt als bestätigte Vorfälle. Wir beziehen uns auf Quellen, die nicht existieren, zitieren Zeugen, die nicht zu erreichen sind, und ordnen Daten zu, die sich nicht überprüfen lassen. Das Ressort steht in der Tradition der Flugblatt-Wissenschaft des 18. Jahrhunderts und der modernen literarischen Hoaxes (Sokal, Defoe, Edgar Allan Poes „Balloon Hoax"). Inhaltlich oft am Rand des Plausiblen, formal stets im Zentrum der Sachlichkeit.
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Glossar
Erfundene Begriffe in Definitionsform
Borges’ Lieblingstrick: das Glossar fingierter Begriffe. Hier finden Sie Definitionen erfundener Phänomene, Krankheiten, Bewegungen, Geräte, Inseln und Sprachgewohnheiten. Jeder Eintrag im Stil eines Lexikon-Artikels mit etymologischer Notiz, Querverweisen und gelegentlich einer typischen Verwendung. Die Glossare einzelner Hefte werden seit Bd. v zu einem fortlaufenden Apparat zusammengefügt, der inzwischen rund vierhundert Einträge umfasst — eine eigene kleine Enzyklopädie der nicht existierenden Welt.
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Korrespondenz
Briefe zwischen historischen Personen
Das Ressort, in dem wir Briefe rekonstruieren oder hinzudichten — meist zwischen tatsächlich existierenden historischen Personen, gelegentlich auch zwischen historischen und erfundenen Korrespondenten. Wir achten auf Stil, Datierung, Postwege und glaubhafte Anlässe; wir achten weniger auf Quellenlage. Die Briefe erscheinen mit knapper editorischer Vorbemerkung (Empfänger, Sender, mutmaßlicher Anlass), gelegentlich mit Fußnoten zu Personen oder Orten, die im Brief erwähnt werden.
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Tableaux
Einzelszenen, Mikrofiction
Sehr kurze Texte — Einzelszenen, fragmentarische Beobachtungen, ein einziges Bild, das ausreicht. Die Tableaux füllen die Pausen zwischen den längeren Beiträgen. Manche bestehen aus drei Sätzen, manche aus zehn. Sie sind das Ressort, das am ehesten Lyrik streift, ohne Lyrik zu werden. Wir nehmen hier auch Gastbeiträge ungewöhnlich gern an, weil die Form Schreibende einlädt, die in keinem anderen Ressort eine Form finden.
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